Freilichtbühne Porta: Das Winterstück im Stadttheater Minden ist in diesem Jahr das Musical „Der Zauberer von Oz“. Gohfelder Frank Budde spielt den Blechmann, Sonja Grünewald (16) ihre erste Hauptrolle

Kansas: Im fernen Amerika lebt Dorothy mit Tante und Onkel sowie Mitarbeitern auf einer Farm. - © Nicole Sielermann
Kansas: Im fernen Amerika lebt Dorothy mit Tante und Onkel sowie Mitarbeitern auf einer Farm. | © Nicole Sielermann

Kreis Minden-Lübbecke. Es ist ein Stück mit viel Musik, schmissig, rockig, aber auch traurig. Auf jeden Fall aber ist es ein Stück, das die Fantasie anregen soll. Pünktlich zur Vorweihnachtszeit bringen die Freilichtbühne Porta und das Stadttheater Minden das Musical „Der Zauberer von Oz“ auf die Bühne. Premiere ist am Freitag, 7. Dezember, um 17.30 Uhr.

Die Botschaft ist eindeutig: „Nur wer an sich selber glaubt erreicht am Ende das Ziel“. Regisseur Detlef Schmidt ist überzeugt, dass genau das im Stück gut vermittelt wird: „Aber ohne den erhobenen Zeigefinger.“ Das Bühnenbild ist recht übersichtlich, lediglich einzelne Elemente ergänzen das Stück. „Das eigentliche Bühnenbild wird auf eine Leinwand projiziert“, erklärt Schmidt. Ensemble-Mitglied Maja Pape habe mit ihrem Team Bilder gemalt, die nun auf der Bühne zu sehen seien. „Wir wollen schließlich die Fantasie der Zuschauer anregen“, erklärt Schmidt, der vom aktuellen Stück schwärmt. „Es ist absolut unterhaltsam und genau das Richtige für die Vorweihnachtszeit.“ Hinter der Bühne allerdings wird es stressig für die Darsteller. Viele verschiedene Figuren, häufiges Umziehen – da muss alles sitzen. Geprobt wurde noch bis vergangene Woche im Spielerheim, erst seit Mittwoch sind die Darsteller im Stadttheater.

Nur noch wenige Tage, dann ist Premiere in Minden. Dann steht Sonja Grünewald in ihrer ersten Hauptrolle auf der Bühne. „Ich bin schon ein bisschen aufgeregt“, gibt die 16-Jährige zu. Dabei ist sie ein alter Hase auf der Bühne. Sie tritt nicht nur auf der Portabühne auf, sondern spielt seit einigen Jahren auch beim Mindener Zirkusprojekt Peppino Poppollo mit. Sie spielt die Dorothy, deren Leben auf einer Farm in Kansas eher trist und staubig ist. Eine bessere Welt aber kennt die Zwölfjährige nur aus ihren Träumereien. Eines Tages kommt ein Tornado auf, der das Haus mit der schlafenden Dorothy davonträgt. Es landet im bonbonbunten Zauberreich Oz und erschlägt dabei die böse Hexe des Ostens. Deren Schwester, die böse Hexe des Westens (Marlene Klassen), will sich an Dorothy rächen, doch die gute Hexe Glinda (Anette Splitthoff) beschützt das Mädchen und rät ihm, Hilfe beim Zauberer von Oz (Sven Hering) in der Smaragdstadt zu suchen.Der Zauberer soll Wünsche erfüllen

Auf ihrem Weg begegnet Dorothy der Vogelscheuche (Katharina Weisswange), die sich ein Gehirn wünscht, dem Blechmann (Frank Budde), der so gern ein Herz hätte und dem ängstlichen Löwen (Daniel Meier), der davon träumt, mutig zu sein. Die drei hoffen, dass der Zauberer ihre Wünsche erfüllen kann und begleiten das heimwehgeplagte Mädchen. Doch vorher gilt es, die böse Hexe und ihre fliegenden Affen zu besiegen.

Weihnachtszeit, das ist immer auch Märchenzeit. Und deshalb gibt es mindestens seit Anfang der 90er Jahre die Kooperation zwischen Stadttheater und Freilichtbühne. Rund 16 Vorstellungen spielen die Laienschauspieler, davon die Hälfte als Schulvorstellungen. Für alle anderen Termine gibt es noch Karten.

„Weihnachten ist die Zeit der Familie, es wird gemeinsam etwas unternommen. Und ein Theaterbesuch der Kinder mit Papa, Mama, Oma oder Opa ist ein tolles Erlebnis“, ist die Mindener Intendantin Andrea Krauledat überzeugt. Zudem könne man sich ein wenig „retten“ von den vielen Dingen, die zu erledigen seien, dem Geschenke-Kauf-Rausch, der weihnachtlichen Dauerbeschallung und der Angst, in Hektik zu ertrinken. Krauledat: „Theater erzählt Geschichten, und Geschichten geben Orientierung. Gerade in der Weihnachtszeit und zum Jahresende hin ist das Bedürfnis danach, zu erspüren, was wichtig ist und Bestand hat, besonders groß.“ Und so gibt’s das Fazit: „Mit Herz, Hirn und Mut wird am Ende alles gut.“

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