Minden (kr). Die Bühne des Stadttheaters ist bei Weitem nicht ausgenutzt. Die Besucher blicken auf drei Wände aus weiß gefliesten Kacheln. Grelles Licht verstärkt die beklemmende Atmosphäre, die sich sofort einstellt, noch bevor das erste Wort gesprochen wird. Friedrichs Dürrenmatts „Die Physiker“ in der Inszenierung des Rheinischen Landestheaters Neuss kommt in einer auf das Wesentliche reduzierten Version daher. Keine leichte Kost. (…) Geschrieben hat Dürrenmatt das Stück in der Zeit des Kalten Krieges zwischen den Westmächten und dem Ostblock. Wettrüsten gehörte zum Konkurrenzkampf beider Systeme. Die Entwicklung nuklearer Waffen nahm einen rasanten Verlauf. „Die Physiker“ steht unter dem Eindruck des Ost-West-Konflikts der Nachkriegszeit, ist angesichts der aktuellen politischen Lage aber ein hochaktueller Stoff. Das wird gerade in der reduzierten Fassung des Rheinischen Landestheaters Neuss, bei der die Grenzen zwischen gesundem Menschenverstand und Wahnvorstellungen verschwimmen und die Auswirkungen dem Publikum vor Augen geführt werden, besonders deutlich.

 

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