Minden (hil).
(..) Charlotte von Stein, gespielt von Anika Mauer, in der Garderobe einer Frau höheren Standes. Letztendlich ist sie das auch. Die Gattin von Herrn von Stein. Aber hier in dieser Aufführung im Mindener Stadttheater ist sie noch viel mehr: die schmählich zurückgelassene Geliebte des wohl berühmtesten deutschen Dichters Johann Wolfgang von Goethe. 1786 verlässt Goethe ohne ein Wort des Abschieds (..)

Und was ihre eigenen Gefühle angeht, sind diese eher eine Mischung aus bitterem Verlustempfinden und noch mehr geprägtem Sarkasmus. Diesen aber pflegt Charlotte „Lotte“ von Stein vorzüglich. Und lässt das gesamte Publikum im Mindener Stadttheater daran teilhaben. Mit einer Perfektion, die ihresgleichen sucht. Ihre Hingabe zu dem eitlen Zeitgenossen von Goethe drückt sie mit einer unnachahmbaren Mimik und Gestik aus. (…)

Sie ist hin und hergerissen zwischen ihren Gefühlen. Und ihre Meinung zu Herrn von Goethe ist immer von einem gewissen Zynismus geprägt: „Goethe beherrscht all Fähigkeiten, wenn man einmal davon absieht, dass er keine beherrscht“, wettert Charlotte in den Theatersaal. Bei dieser Rolle der Charlotte von Stein zieht Anika Mauer alle Register.

Das Stück ist schwer zu spielen, wurde in gut 200 deutschen Theatern sowie in 21 Ländern der Welt aufgeführt. Autor Peters Hacks schaffte mit diesem Werk einen Welterfolg. Und Anika Mauer vom Renaissance-Theater Berlin gehört zu den Schauspielerinnen, die mit Bravour eine Theateraufführung größter Klasse abliefert.

 

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