Ursula Koch und Nina Könemann

Minden (mt). Brigitte Schmidt kennt das Prozedere schon: Zwei Mal im Jahr steht sie Schlange, um an Karten für das Stadttheater zu kommen. Ganz vorne stand die Abonnentin beim Warten allerdings noch nie. „Bis heute, eine Premiere quasi“, sagt sie. Seit 7.10 Uhr steht Schmidt in der Obermarktstraße vor Express-Ticketservice, um ihren Arbeitstag noch zu retten, wie sie sagt. „Ich war mal um halb neun hier, da habe ich es nicht pünktlich zu meinem Spätdienst geschafft – und der beginnt erst um 12.15 Uhr“, sagt die Mindenerin. Beim Stadttheater direkt „standen heute morgen 40 Leute an.“(…) Intendantin Andrea Krauledat versorgt die Wartenden mit Kaffee und Mineralwasser. „Vor dem Theater haben die ersten um 5.30 Uhr angestanden, damit sie ab 7 Uhr eine Nummer ziehen können“, berichtet sie. Sie hat aber auch erlebt, dass es vor etlichen Jahren, als Sonder- und Abo-Veranstaltungen an einem Termin in den Verkauf gingen, noch schlimmer war. „Damals betrug die Wartezeit vier bis sechs Stunden, heute sind es noch ein bis zwei.“ Darum habe sie das auf zweit Termine verteilt, um dem Bedürfnis nach persönlicher Beratung gerecht zu werden. Zurück zu einem Termin möchte sie darum auf keinen Fall. „Das ist weder den Besuchern noch den Mitarbeitern zuzumuten.“(…)

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