Minden (mt). Der Schnürboden hinterlässt schon mal Eindruck bei den Vincke-Schülern – oder zumindest der Aufstieg über die enge Treppe. „Das ist ja wie im Kölner Dom“, hört man die Sechst- und Neuntklässler untereinander flüstern. Von hier oben – in 16 Metern Höhe – werden zum Beispiel die Bühnenbilder im Stadttheater gesteuert und vor denen könnte bald auch die eine oder der andere aus der Gruppe stehen. Denn die Freiherr-von-Vincke-Realschule und das Stadttheater Minden haben eine Kooperationsvereinbarung geschlossen: Ein Jahr lang wollen sie ihre Zusammenarbeit intensivieren. Am Ende könnte ein Theaterstück oder Musical herauskommen.

Es ist die erste Kooperation des Stadttheaters mit einer Realschule. In der Vergangenheit kamen das Herder- und das Ratsgymnasium sowie die Kurt-Tucholsky-Gesamtschule in den Genuss. Dementsprechend größer war auch die Altersspanne der Kinder, mit denen bislang gearbeitet wurde, reichte sie doch von Jahrgang fünf bis 13. Nun also nur bis zur zehnten Klasse. Einen Unterschied macht das aber für Theaterintendantin Andrea Krauledat und -pädagogin Viola Schneider nicht. (…)

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Die bisherigen Kooperationen

Seit 2013 geht das Stadttheater regelmäßig enge Kooperationen mit einer Schule ein. Die Schüler erhalten die Möglichkeit, mit der Klasse Aufführungen vor allem aus der Reihe Six-Pack und dem Kinder-Abo 3 zu besuchen, aber auch zu allen Veranstaltungen, die zum Schulstoff passen.

Darüber hinaus bietet die Theater-Pädagogin Viola Schneider Fortbildungen für Lehrer an, Workshops zu verschiedenen Themen mit den Jugendlichen oder auch einfach eine Führung durch das Theater, in der die Technik erläutert wird. Viola Schneider bietet auch Einführungen zu den jeweiligen Produktionen an.

Am Ende jeder Kooperation stand bisher eine große Produktion, die auch im regulären Abo-Programm des Theaters gespielt wurde.

Mit „Romeo und Julia“ und der Kurt-Tucholsky-Gesamtschule startete die praktische Theaterarbeit 2013. Der Untertitel „Out with love“ wurde gewählt, weil Viola Schneider und die Jugendlichen das Drama aus Verona kurzerhand nach Ostwestfalen-Lippe (OWL) verlegt hatten. Zu dem Klassiker von Shakespeare hatten sich die Jugendlichen eigene Szenen ausgedacht. Premiere wurde im November 2014 gefeiert. Doch bereits in der zweiten von sechs geplanten Aufführungen verletzte sich einer der Darsteller. Darum gab es im Frühjahr 2015 noch einmal eine Neuauflage der Inszenierung, die beim Publikum großen Eindruck  machte .

Für das Ratsgymnasium hatten Viola Schneider und Theaterintendantin Andrea Krauledat den Klassiker „Die Räuber“ von Friedrich Schiller ausgewählt. Schulorchester und Bigband sorgten für den richtigen Sound für den Zwist zwischen zwei sehr verschiedenen Brüdern, Rebellion, dem Kampf um Gerechtigkeit und die Grenzen der Selbstverwirklichung. Darum wirkte dieses 237 Jahre alte Drama sehr modern.

 

 

Mit dem Rock-Musical „Spring Awakening“ nach Frank Wedekinds „Frühlingserwachen“ stellten Viola Schneider und Andrea Krauledat noch einmal höhere Anforderungen an die jungen Akteure des Herder-Gymnasiums. Sie mussten nicht nur Theater spielen, sondern auch singen und tanzen. Auch die Band war mit Schülern besetzt. Die Musiklehrer Nina Doormann und Matthias Heinze unterstützten bei der Einstudierung, Raymund Reimann half bei der Choreografie. Alle zusammen boten dem Publikum im November 2017 in fünf Aufführungen mitreißendes Musiktheater. (mt/och)

Andrea Krauledat (5.v.l.) und Viola Schneider (2.v.r.) vom Stadttheater zeigten Schülern und Lehrerinnen der Freiherr-von-Vincke-Realschule den Schnürboden. MT- – © Foto: Alex Lehn

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