DIE MEISTERSINGER VON NÜRNBERG OPER VON RICHARD WAGNER Richard Wagner Verband Minden e. V. präsentiert Verachtet mir die Meister nicht und ehrt mir ihre Kunst! Mit dieser Mahnung lässt Richard Wagner den Schuster Hans Sachs seine komische Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“ beschließen. Nicht Götter und Helden, die der germanischen Mythologie entsprungen sind, spielen dieses Mal bei Wagner die Hauptrolle, sondern Menschen aus Fleisch und Blut. Die Hauptfigur Hans Sachs hat tatsächlich gelebt und gedichtet und ist als Mitglied der MeistersingerGilde historisch verbürgt. Ebenso belegt sind jene strengen Rituale dieser Gilde, die Wagner in seiner Oper thematisiert. Niedergeschrieben wurden diese 1697 in einem Buch über die „holdselige Kunst“ der Meistersinger. Das „Überlieferte“ zu bewahren war das vorrangige Ziel dieser Regeln. In Wagners personalintensiver Komödie mit 17 Rollen, großem Chor und entsprechend gewaltigem Orchester geht es genau darum: der jugendliche Bilderstürmer Walther von Stolzing wird anfangs Opfer dieser starren Tradition. Er kann diese aber überwinden und setzt sich beim Kampf um Eva, die Tochter des wohlhabenden und einflussreichen Goldschmieds Veit Pogner, durch. Mit „Die Meistersinger von Nürnberg“ schuf Richard Wagner – nach dem frühen Liebesverbot – seine zweite komische Oper. Auch wenn hier ein „Humor dem nicht zu trauen ist“ (Carl Dahlhaus) zur Anwendung kommt, darf man sich amüsieren. Heiterkeit bestimmt vordergründig das Geschehen. Mit der Produktion der Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“ wird das letzte, noch fehlende große Bühnenwerk Richard Wagners im Stadttheater Minden präsentiert und somit der sog. Bayreuther Kanon nach gut 25-jähriger Kooperation mit dem Richard Wagner Verband Minden und der Nordwestdeutschen Philharmonie komplettiert. Worum geht es? Ein Ritter liebt eine Frau. Diese allerdings darf nicht einfach ihren Liebhaber ehelichen, sondern soll dem Wunsch ihres Vaters gemäß (einem Mitglied der 108
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